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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Ansicht von Südwesten

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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Ansicht von Nordwesten

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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Ansicht von Süden

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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Ansicht Vorplatz von Westen

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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Blick auf den Eingangsbereich

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    Evangelisches Kirchgemeindezentrum

    Innenraum: Blick zur rückwärtigen Faltwand

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    Das Kirchgemeindezentrum in Kradolf zählt durch seine ortsprägenden Eigenschaften und die architektonische Gestaltung zu den bedeutenden Bauten des Orts. Sein Reichtum liegt nicht im Material, sondern im Erlebnis, die einzelnen Räume mit ihren wechselnden Höhen zu durchschreiten. Seit den 1950er Jahren wurden in der Schweiz Kirchen mit vergleichbarer Vielfalt der Raumgestaltung, Formgebung, Materialisierung und Ausstattung gebaut. Sie brachten damals eine neue Auffassung von Liturgie und Gemeinde zum Ausdruck.

    Chronologie

    Wegen des Bevölkerungswachstums wünschten die Einwohner von Kradolf einen eigenen Ort für Gottesdienste. Daraufhin veranstaltete die Kirchengemeinde 1970 einen Projektwettbewerb. Dabei belegte Benedikt Huber den zweiten Platz. Er und Martha Huber sowie Alfred Trachsel wurden beauftragt, die Kirche aus Kostengründen zu redimensionieren. Auch wurde eine erste Baubewilligung verweigert. Von 1974 bis 1975 entstand dann, dank einer Einigung der Kirchengemeinden Sulgen und Schönenberg-Kradolf, ein moderner, schlichter Kirchenbau. Er wurde zwischen 2006 und 2007 aussen renoviert, wobei die Farbgestaltung beibehalten blieb. 2011 wurde auch das Kircheninnere mit Beiträgen des Amts für Denkmalpflege restauriert.

    Lage

    Der Baukomplex liegt am nordöstlichen Rand von Kradolf in der Nähe eines Waldstücks, das sich Richtung Osten und Süden erstreckt. Er korrespondiert architektonisch mit den benachbarten Wohnhäusern und einer Fabrik. Die Gestaltung der Kirche, die sich zum Ort hin wendet, symbolisiert ihre Offenheit gegenüber der Gemeinde. Im Südwesten ist ein grosser Parkplatz an die Strasse angegliedert.

    Beschreibung

    Von Süden her führt eine Aussentreppe auf den erhöhten Vorplatz, den eine geländeausgleichende Stützmauer prägt. Ein schlanker, quaderförmiger, verputzter Glockenturm mit offenem Glockengeschoss steht mitten auf dem Vorplatz. Verbunden ist er auf etwa halber Höhe durch ein freigespanntes, geneigtes Dach mit dem südlichen Gebäudeteil. Der Blick auf die zum Vorplatz gewandte Fassade leitet über verglaste Flächen zum asymmetrisch geteilten Haupteingang, dessen Türblatt ein Kreuzmotiv zeigt. Das vom Zentrum her ansteigende Dach überdeckt alle Räume des L-förmigen Grundrisses. Es bereitet auf das verbindende räumliche Element im Innern vor. Die Verbindung zwischen Innen und Aussen wurde nicht nur über das Dach, sondern auch über die einheitlichen warmen Farbton angestrebt. Der eingeschossige nördliche Bereich des Komplexes hat vertikale Fensterband-Paare und teils vorhandene Betonsgesimse, während sich der südliche Bereich über zwei Geschosse erstreckt und geschossdefinierende Fensterreihen aufweist. Durch die Anordnung des Grundrisses um den zentralen Eingang lädt die Kirche die Menschen zur Teilhabe an der Gemeinschaft ein.

    Der Boden besteht aus olivgrünen Keramikplatten, die Wände sind beige gestrichen und die Decken mit Holztäfer verkleidet und hölzernen Fachwerkbindern verstärkt. Die vertikalen Fensterbandpaare besitzen Glasmalereien. Die bauzeitliche Bestuhlung der Kirche besteht aus  einfachen Holzstühlen. Sie waren ursprünglich zur Mittelsäule ausgerichtet und wenden sich heute zum Altar. Eine Faltwand trennt den Kirchenraum vom benachbarten Saal, der als Jugend-, Unterrichts- und Vereinsraum genutzt wird. Der Saal ermöglicht eine Bestuhlung für bis zu 350 Personen. Zusätzlich sind im Kirchenzentrum weitere Nebenräume, Arbeitszimmer und ein Pfarrhaus untergebracht.

     

    Literatur

    • Uwe Buschmaas, Irmelin Drüner, Pascal Eng, Matthias Wenk, Johannes Stückelberger. Potenziale moderner Kirchen aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer, in: Johannes Stückelberger (Hg.). Moderner Kirchenbau in der Schweiz, Zürich 2022, S. 142-152 (online)
    • Katrin Kaufmann. Evangelische Kirche Neueckstrasse 11 9214 Kradolf-Schönenberg, in: Vitrosearch 2020 (online)
    • Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau (Hrsg.). Kirchenbau 1869–2019. 150 Jahre Landeskirchen im Kanton Thurgau (Denkmalpflege im Thurgau, Bd. 21). Basel 2020, S. 46
    • Entschiedene Wettbewerbe, in: Bauen + Wohnen, 24 (1970), Heft 2, S. II 12-15, hier S, 14 u. 15 (online)
    Stand
    2021
    Bearbeitung
    Elina Lombriser

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