
Wohn- und Geschäftshaus am Sonnenhof
Adresse
8280 Kreuzlingen
TG
Der Gebäudekomplex am Sonnenhof setzte während der 1950er Jahre im Zentrum von Kreuzlingen einen städtebaulichen Akzent. Gestaltungselemente wie die abgeknickten Balkone und das auskragende, flach geneigte Dach sind typisch für die Bauzeit. Mit der Verzahnung der drei Flügel und der Verbindungstrakte schuf Pius Ruf eine hohe Nutzungsdichte. Der Bau begleitet den gebogenen Verlauf der Löwenstrasse und bietet mit der parallel begleitenden Baumreihe eine Ladenzeile, die wie eine Allee wirkt. Die Nähe der Wohnungen zu den Läden im Erdgeschoss muss in den Nachkriegsjahren sehr modern gewirkt haben.
Chronologie
Auf dem Areal des Sonnenhofs stand ein vor 1738 errichtetes Fachwerkhaus. Nach dessen Abbruch wurde das Wohn- und Geschäftshaus zwischen 1954 und 1957 in drei Etappen errichtet. Entworfen wurde es vom Winterthurer Architekten Pius Ruf im Auftrag des Allgemeinen Konsumvereins Kreuzlingen. Die Wohnungen sowie die Ladenlokale wurden im Lauf der Jahre modernisiert, doch sind Teile der ursprünglichen Ausstattung noch vorhanden.
Lage
Der dreiflügelige Bau liegt im Zentrum von Kreuzlingen. Die Nordseite folgt dem gebogenen Verlauf der Löwenstrasse. Mit den südlich angrenzenden Gebäudegruppen der Überbauung begrenzt er einen gemeinsam genutzten Hof. An den Ostflügel grenzt die Sonnenstrasse.
Beschreibung
Der dreiflügelige, fächerartig gegliederte Gebäudekomplex verbindet viergeschossige Flügel mit zweigeschossigen Trakten. Durch diese Gliederung entstehen an der südlichen Seite Zwischenräume. Der Ostflügel an der Sonnenstrasse ist fast doppelt so lang ist wie die beiden anderen Flügel. Das Gebäude besitzt ein flaches, weit vorkragendes Walmdach mit dunkelbrauner Dachziegeleindeckung. Die Untersicht des Walmdachs ist kassettiert. Auf der Südseite des Komplexes befinden sich die Wohnungseingänge sowie Garagen. Die Ladenlokale im Norden präsentieren zur Löwenstrasse mit grauem Stein eingefasste Schaufenster und verglaste Eingangstüren. Beim Ostflügel sind die Schaufenster zusätzlich mit einer gelben Metallverkleidung eingefasst. Die gerasterte Anordnung der Fenster ergibt ein ruhiges Fassadenbild. Die Fenster der Nordseite sind mit roten Klappläden ausgestattet, während sonst rote Rollläden verwendet wurden. Diese roten Akzente bilden einen Kontrast zur sandfarbenen Putzfassade. An den Gebäudeecken verlaufen dunkle Dachwasserohre. Die Westseiten der drei Flügel haben abgeschrägte Balkone. Nur der östliche Haupttrakt verfügt auf der Ostseite über zusätzliche Balkone. Über der Ladenzone erstreckt sich eine schmale Brüstung entlang der gesamten Nordfassade. Sie dient zugleich der Ladenzeile als Vordach. Sämtliche Balkone und die Brüstung haben ein Metallgeländer mit pastellgrünem Sichtschutz.
Das Erdgeschoss sowie die Obergeschosse der Verbindungstrakte bilden den gewerblichen Teil des Gebäudekomplexes. Die sechs Ladenlokale verfügen über Pilzstützen aus Beton. Alle weiteren Geschosse beinhalten Wohnungen. Der Hof im Süden dient als Pufferzone zu den angrenzenden Gebäuden und zugleich als geschützter Zugang zu den Wohnungen, den Anlieferungen für die Gewerbe und den Parkplätzen der Anwohner. Eine Baumreihe begleitet den Gebäudekomplex entlang der Löwenstrasse.
Literatur
- Erni, Peter und Raimann, Alfons. Die Stadt Kreuzlingen (Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bd. 7). Bern 2009, S. 407–408 (online)
- Hornung René. Fünf Generationen Uhler. Die Emmishofer Baumeisterfamilie prägte Kreuzlingen. Kreuzlingen 2012, S. 28–29, 47–48
- Hinweisinventar Bauten 2018 (online, online)