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    Piuskirche

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    Piuskirche

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    Piuskirche

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    Piuskirche

    Untersicht (Turm)

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    Piuskirche

    Innenraum (Schiff)

    Piuskirche

    Innenraum (Schiff)

    Piuskirche

    Innenraum (Schiff)

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    Mit der katholischen Piuskirche in Meggen und der wenig zuvor fertiggestellten reformierten Kirche Walchwil befinden sich zwei bahnbrechende Sakralbauten der 1960er-Jahre in der Zentralschweiz, die sich durch transluzente Wände und der entsprechenden Raumwirkung auszeichnen. Die Piuskirche wurde weit über die Schweiz hinaus zur Architekturikone. Die Konsequenz, mit der Franz Füeg Konstruktion und Material zum alleinigen Gestaltungselement machte, ist absolut überzeugend.

    Chronologie

    Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erfüllte die alte Pfarrkirche von Meggen ihren Zweck nicht mehr zur Genüge. Ein Neubau stand zur Diskussion, in der Kriegszeit verwarf man jedoch das Bauvorhaben. Anfang der 1950er-Jahre, unter Pfarrer Albert Hofstetter, wurden die Neubaupläne konkreter. 1960 lobte die Kirchgemeinde einen Wettbewerb aus. Unter den 27 teilnehmenden Architekten erhielt der Solothurner Franz Füeg den Auftrag zum Bau der neuen Kirche. 1965 waren die im Jahr zuvor begonnenen Rohbauarbeiten abgeschlossen. Am 26. Juni 1966 weihte der Basler Bischof Franziskus von Streng die Piuskirche.

    Lage

    Die Piuskirche liegt an der Schlösslistrasse, die von der stark befahrenen Luzernerstrasse abzweigt. Sie ist Teil einer lockeren Hangüberbauung im westlichen Dorfteil Meggens, mit Blick auf den Vierwaldstättersee. Der Pfarrbezirk wird durch einen leicht erhöhten, umfriedeten Platz hervorgehoben. Der Platz ist im Südwesten von einer Freitreppe erschlossen. Die Kirche ist nach Südosten orientiert und folgt damit der Anordnung der umgebenden Bebauung. Der Kirchturm steht frei im Nordwesten.

    Beschreibung

    Der quaderförmige, fensterlose Kubus besteht aus einem grauen Stahlskelettgerüst aus T-Profilen mit einem Achsraster von jeweils 1,68 Metern, das mit weissen Marmorplatten ausgefacht ist. Ein horizontales Band fasst die schmalen Wandpartien zusammen und leitet auf das Flachdach über. Der hochaufragende, schlanke Kirchturm besteht aus kreuzförmigen Stahlstützen, die mit Stahlrohren verstrebt sind. Das Glockengeschoss ist mit einer horizontalen Holzlattung verkleidet und beherbergt fünf Glocken. Die Lattungen sind jeweils mit quadratischen Betonplatten gefasst, die oberen Platten mit einer Uhr besetzt.

    Der Besucher betritt den Kirchenraum durch zwei automatisierte Portale aus Stahl und Marmor an der nordwestlichen Schmalseite. Hinter den Portalen müssen zunächst die beiden geschlossenen Unterbauten der Empore, eine frei im Raum stehende Betonplatte auf Stahlstützen, umgangen werden. Im mittigen Durchgang unter der Empore befindet sich das Taufbecken. Im Unterschied zum nüchternen Aussenbau generieren die transluzenten Marmorplatten ein vielschichtiges Raumerlebnis: Je nach Lichteinfall variiert ihre Farbe zwischen einem warmen Braun- und einem kalten Blauton. Die Maserung der Platten sorgt zusätzlich für Akzente. Die Stärke der Marmorplatten nimmt nach oben hin von 28 auf 20 Millimeter ab. Im Deckenbereich wirkt die eindrucksvolle Raumhülle somit heller. Die Dachkonstruktion ist sichtbar: Fachwerkträger spannen quer über den Raum. Die Ecken sind zusätzlich mit einem Stahlrohrverband verstärkt, um allfällige Windlasten aufzunehmen. Die Sitzbänke sind in drei Gruppen unterteilt – so ist die Mittelachse nicht begehbar. Der um drei Stufen erhöhte Altarbereich liegt im Südosten. Der Altar folgt der Baukonstruktion: Die 30 Zentimeter dicke Marmorplatte lagert auf Stahlstützen. An der Stirnwand hängt ein Bronzekreuz von Gottlieb Ulmi aus Emmenbrücke – es ist nebst der in einfachen Formen gehaltenen liturgischen Ausstattung der einzige künstlerische Schmuck in diesem faszinierenden Kirchenraum.

    Literatur

    Schweizer Heimatschutz (Hg.). Die schönsten Bauten 1960–75. Von Otterlo zur Ölkrise. Zürich 2013, Nr. 32. – Zschokke, Walter; Hanak, Michael (Hg.), Nachkriegsmoderne Schweiz. Architektur von Werner Frey, Franz Füeg, Jacques Schader, Jakob Zweifel. Basel/Boston/Berlin 2001, S. 136–145. – Gmür, Otti. Häuser, Dörfer, Städte. Architekturführer Kanton Luzern. Luzern 2006, S. 340. – Imorde, Joseph. Die Piuskirche von Franz Füeg (1964–1966), in: Kunst + Architektur in der Schweiz 1/2005, S. 54–57. – Meseure, Anna; Tschanz, Martin; Wilfried, Wang (Hg.). Architektur im 20. Jahrhundert. Schweiz, München/London/New York 1998, S. 240. – Müller, Anton. Piuskirche Meggen (Kunstführer 911/ Schweizer Reihe 40). München 1996. – Niederberger, Claus. Neue Architektur im Kanton Luzern seit 1930, in: Unsere Kunstdenkmäler. Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 2/1978, S. 255. – Hofstetter, Albert; Gmür-Zemp, Gallus; Füeg, Franz. Piuskirche Meggen. Festschrift zur Weihe der Piuskirche am 26. Juni 1966. Meggen 1966. – Füeg, Franz, Katholische Kirche und Pfarreizentrum in Meggen, in: Bauen + Wohnen 12/1966, S. 458–469. – Luchsinger, Matthias. Neue Kirchenanlage in Meggen, in: Schweizerische Bauzeitung, 18/1966, S. 330–332. – Denkmalpflege und Archäologie (Hg.). Kantonales Bauinventar Luzern.
    Stand
    2017
    Bearbeitung
    Stefanie Jelinic

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