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    Ort der Besinnung

    Ansicht Südwest

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    Ort der Besinnung

    Ansicht Nordost(Hof)

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    Ort der Besinnung

    Hof (Ausschnitt)

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    Ort der Besinnung

    Innenraum (Süd)

    Ort der Besinnung

    Fassade (Ausschnitt)

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    Fassade (Ausschnitt)

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    Der introvertierte Rückzugsort überzeugt mit seinen räumlichen Qualitäten und interpretiert die Kunst der tradierten sakralen Glasmalerei gänzlich neu. Einzig die Erschliessung ist unbefriedigend: Die Autobahnausfahrt ist längst vorbei, wenn man des Kubus gewahr wird und der undifferenzierte Weg über den Parkplatz ist kein atmosphärisch gelungener Auftakt für einen so aussergewöhnlichen Sakralraum.

    Chronologie

    Pascale Guignard und Stefan Saner erzielten mit ihrem Entwurf für einen Andachtsraum 1996/97 in einem zweistufigen Wettbewerb den ersten Preis. Die Realisierung war bereits im Folgejahr abgeschlossen.

    Lage

    Der Ort der Besinnung genannte Sakralraum liegt zwischen dem Flusslauf der Reuss und der Autobahn A2, im Süden der Erstfelder Gotthard-Raststätte. Der rechteckige Baukomplex ist mit seiner südwestlichen Schmalseite zur Reuss hin ausgerichtet. Erreicht wird er über den Parkplatz der Raststätte und einen kleinen Pfad durch die begrenzende, mit Bäumen bestandene Grünfläche.

    Beschreibung

    Der Andachtsraum ist würfelförmig geformt und in einen gefassten Innenhof eingebettet. Das Sockelgeschoss verlängert die Hofmauer aus Sichtbeton im Nordosten und ist ebenfalls geschlossen ausgebildet. Darüber erhebt sich ein Betonskelettraster, dessen quadratische Zwischenräume mit Glas gefüllt sind. Zwischen den Scheiben sind dicht gepresst die Scherben von Flaschen angehäuft. Eine Durchsicht ist nicht mehr möglich, jedoch spannungsvolle Lichtreflektionen – aussen wie innen. Die massive Betonskulptur erfährt Leichtigkeit, da die Ecken stützenfrei gestaltet sind und die Fensterrahmen aussen in das Stützenraster integriert sind. Der Innenraum besteht somit nur aus Sichtbeton und reflektierendem, grünlich schimmerndem Glas sowie aus Holztäfer: Die aus dem Raster resultierenden Wandnischen im Sockelbereich sind verkleidet und mit massiven Bänken bestückt. Der Ort der Besinnung fokussiert die individuelle Andacht in einem eindrucksvollen Lichtraum. Es gibt keinen Altar, keine weitere Möblierung. In der Raummitte wurde jedoch nachträglich eine Vitrine mit einem Bergkristall platziert.

    Das Motiv der umlaufenden Sitzbank prägt auch den längsrechteckigen Innenhof. Vorherrschend ist hier eine ruhige Symmetrie: Ein langes Wasserbecken markiert die Mitte, der von einem Betonrahmen gefasste Eingang zum Andachtsraum folgt in der Achse. Auflockerung bringt die Kunst am Bau: Clara Saner und Selma Weber arrangierten übergrosse Rosenkranzketten mit Kreuzanhängern als erhabenes Betonrelief über die gut zwei Meter hohe Mauer. Über die Mauer drängen Büsche und Baumwipfel, im Hintergrund ragen die Berge auf. Der Innenhof schafft mit einfachen Mitteln die erforderliche Distanz zur unwirtlichen Umgebung, er bringt Abgeschiedenheit in den von tosendem Verkehrslärm tangierten Ort.

    Literatur

    Sauter, Marion. Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Schächental und unteres Reusstal (Bd. 3). Bern 2017, S. 441, Abb. 18. – Wirz, Heinz (Hg.), Guignard & Saner, (De aedibus, Bd. 49), Luzern 2013. S. 28–37. – Capol, Jan. Im Würfel der Besinnung: Stefan Saner und Pascale Guignard realisierten die Autobahnkapelle bei Erstfeld, in: Hochparterre 1–2/1999, S. 41. – Omachen, Peter. Orte der Besinnung. Arbeiten von Stefan Saner und Pascale Guignard, in: Neue Zürcher Zeitung 7.5.2004. – Baumann & Fryberg AG (Hg.). Urner Kirchen- und Kapellenführer. Altdorf 2008, 9e.
    Stand
    2017
    Bearbeitung
    Marion Sauter

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