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    Montagewerk General Motors

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    Durch den mutigen wie feinfühligen Bau ebnete Rudolf Steiger den Weg für das Neue Bauen in der Schweiz. Die sich aufzulösen beginnende Wand zwischen den Fenstern des Verwaltungsgebäudes stellt eine etwas abgemilderte, verträglichere, man könnte fast sagen eine schweizerische Interpretation des Neuen Bauens dar. Formale Parallelen zu den damaligen amerikanischen Autos klingen an. Jedenfalls ist das mit einem ausgesprochenen architektonischen Anspruch erstellte Montagewerk der General Motors eine Pionierleistung des modernen Fabrikbaus und ein wichtiger Zeuge für die Industriegeschichte Biels.

    Chronologie

    Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf Biel besonders hart. Die Umsätze in der Uhrenindustrie brachen dramatisch ein – Biel zählte nun plötzlich einen Drittel Arbeitslose. Die Stadt Biel, unter Führung des sozialistischen Stadtpräsidenten Guido Müller, entschied sich zu einer unkonventionellen Massnahme: Nach Verhandlungen erklärte sich General Motors bereit, ein Automontagewerk in der Stadt zu betreiben – im Gegenzug übernahm die Stadt Biel Planung und Finanzierung der neuen Fabrik. Mithilfe einer Investition von zwei Millionen Franken wurden über 300 Arbeitsplätze geschaffen. Das Stadtbauamt Biel unter der Leitung von Karl von Büren, der Architekt Rudolf Steiger (Ingenieur war Carl Hubacher) und die Gesellschaft General Motors bildeten eine Arbeitsgemeinschaft: Während sich Steiger um die Projektierung und die Innenraumgestaltung kümmerte, arbeitete das Stadtbauamt die Umgebungsgestaltung und die Ausführungspläne aus und übernahm die Bauleitung. Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnte die Fabrik im Jahr 1936 fertiggestellt werden. Im Jahr 1947 kaufte General Motors das Werk der Stadt Biel ab. Von 1955 bis 1957 wurden eine zusätzliche Montagehalle und ein Ersatzteillager errichtet. Als Planer fungierten nun die Architekten Suter Suter aus Basel. Im Jahr 1976 folgte die Umnutzung zu einem Parkhaus, Einkaufszentrum und Bürogebäude. Heute befindet sich im Verwaltungstrakt des Gebäudes ein Teil der Schule für Gestaltung, Biel und in den ehemaligen Montagehallen ein Detailhändler.

    Lage

    Das Gelände der General Motors grenzt im Norden an den Bieler Bahnhof an. An der Kreuzung zwischen der Salzhausstrasse und der Johann-Aberli-Strasse markiert das winkelförmige Verwaltungsgebäude den Haupteingang in das Fabrikareal. Dahinter breitet sich die Montagehalle bis zum Bahnhof aus und ermöglichte so in Produktionszeiten den direkten Anschluss der Kranhalle an die Geleise. Der Erweiterungsbau der Montagehalle entstand 1957 auf der Nordseite der schon bestehenden Montagehalle. Das ebenfalls 1957 erbaute Ersatzteillager befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Salzhausstrasse.

    Beschreibung

    Der Treppenturm des Verwaltungsgebäudes bildet den Kopf des Komplexes. Viergeschossig überragt er das Verwaltungsgebäude um ein Geschoss und bindet so Erdgeschoss bis Dachterrasse optisch zu einer Einheit zusammen. Der Treppenturm steht mit abgerundeten Ecken dem dreigeschossigen Quader des Verwaltungsgebäudes vor. Zwei unterschiedliche Fensterformate – sprossierte Scheiben und eine fein perforierte Wandscheibe – betonen klar die gesonderten Funktionen. Das zurückgesetzte, verglaste Erdgeschoss des Verwaltungsbaus ist überhoch und mit Betonstützen rhythmisiert. Der Haupteingang wird durch ein Vordach betont. Die beiden Obergeschosse sind von regelmässig angeordneten, liegenden Fensterformaten durchbrochen. Die Dachränder springen leicht hervor und betonen als feingliedrige Bänder das Zusammenspiel der einzelnen Volumina. Vom Treppenturm ausgehend ist das Attikageschoss mit einem Vordach umfasst. Im Westen schliesst der Bau mit einem kantigen Erschliessungskern. Gegen Osten löst sich das Volumen des Verwaltungsgebäudes gleichsam auf. Es ist hier lediglich noch zweigeschossig und geht elegant in die klar gegliederten, grosszügigen Glasfronten über, die die angrenzende Montagehalle umhüllen. Die stützenfreie Montagehalle ist mit einem Sheddach gedeckt, sodass überall eine zweiseitige Belichtung resultiert.

    Literatur

    Fülscher, Bernadette. American Dream im «Roten Biel», in: Kunst + Architektur 2/2020, S. 62–69. – Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Amt für Kultur. Denkmalpflege (Hg.). Bauinventar Gemeinde Biel/Bienne. Salzhausstrasse 21. Bern 2012. – Wissmann, Reto. Kreative beziehen die alte Autofabrik, in: Der Bund, 12.2.2010. – Hildebrand, Sonja; Maurer, Bruno; Oechslin, Werner (Hg.), Haefeli Moser Steiger. Die Architekten der Schweizer Moderne, Zürich 2007, S. 275–277. – Architekturführer Biel/Guide d’architecture Bienne. Zürich 2005, Nr. 125. – Loderer, Benedikt. Eine Stadt bricht auf. Wie Biel sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, in: Hochparterre 3/2010, S. 3 (Beilage). – Adler, Florian; Girsberger, Hans (Hg.). Architekturführer Schweiz. Zürich 1969, S. 80. – Troesch, Max. Das Auto-Montagewerk der General Motors Suisse S.A. in Biel, in: Schweizerische Bauzeitung 77/1959, S. 27–34. – Steiger, R.; Hubacher, C. Automontagefabrik der General Motors Suisse S.A., Biel, in: Schweizerische Bauzeitung 110/1937, S. 193–201.
    Stand
    2019
    Bearbeitung
    Yasmine Zaugg

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