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    Kraftwerkzentrale Handeck

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    Kraftwerkzentrale Handeck

    Innenraum (Turbinenhalle)

    Kraftwerkzentrale Handeck

    Innenraum (Turbinenhalle)

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    Die Kraftwerkzentrale Handeck 1 in Guttannen wurde zum Vorbild für sämtliche Folgebauten, die Jacques Wipf in mehreren Etappen für die Kraftwerke Oberhasli realisierte. Sein Gestaltkonzept zeugt vom Einfluss der Technischen Hochschule Stuttgart, an der er von 1909 bis 1911 unter anderem bei Paul Bonatz studiert hatte. Durch sein erratisch-blockhaftes Volumen und seine rustikale Fassade gibt sich der Bau trotz technisch zukunftsweisendem Programm traditionell. Gleichzeitig passt er sich aber durch den regionalen Bezug harmonisch in den brachialen Alpenraum ein.

    Chronologie

    Die von 1927 bis 1929 nach einem Entwurf von Jacques Wipf erbaute Kraftwerkzentrale Handeck 1 war der erste Bau der Kraftwerke Oberhasli KWO. Sie beinhaltet neben einer grossen Turbinenhalle eine kleine Werkstatt sowie Lager- und Betriebsräume. Die Turbinenhalle befindet sich in bauzeitlichem Zustand und von den ursprünglich vier Turbinen sind heute noch zwei in Betrieb.

    Lage

    Das Kraftwerk liegt an der Grimselpassstrasse oberhalb von Guttannen auf 1310 Meter über Meer. Die im Osten des Areals gesetzte Kraftwerkzentrale steht auf einem Geländesattel und ist quer zum Südhang orientiert. Die Zufahrtstrasse führt direkt zum Haupteingang, gleichzeitig passiert sie den Zugang zum Bergstollen, das Auffangbecken sowie zwei Personalhäuser, die südwestlich oberhalb der Kraftwerkzentrale im Hang stehen. Sie flankieren den Haupteingang an der Westseite des Gebäudes. Vor dem Eingang erstreckt sich ein asphaltierter Vorplatz mit einer angrenzenden Seilbahnstation, die den rund 450 Meter höher gelegenen Räterichsbodensee erschliesst.

    Beschreibung

    Der viergeschossige, langrechteckige Funktionsbau ist mit einem Pultdach ausgebildet, dessen leichte, gegen den Hang gerichtete Neigung kaum wahrnehmbar ist. Das Sockelgeschoss ragt nur talseitig aus dem Erdreich. Für seinen Bau musste der Fels gesprengt werden. Der daraus gewonnene Granit wurde als Baumaterial für die rustikal anmutende Fassade verwendet, die allseitig durch grosse Fensteröffnungen gegliedert ist. In zwei Reihen durchdringen sie die Nordfassade nach einem strengen Raster und bringen viel Licht in die dahinterliegende Turbinenhalle. Die Südfassade ist als Rückseite gestaltet. Die Turbinenhalle erstreckt sich auf rund zwei Drittel der Gesamtfläche und verläuft über die oberen drei Etagen. Die Nebenräume sind an der Hangseite angeordnet. Der Kontrast zwischen wuchtigen Bauteilen und filigranen Metallsprossenfenstern vermittelt den Charakter einer repräsentativen Monumentalität. Die bossierte Steinfassade suggeriert einen massiven Bau, doch handelt es sich in Wirklichkeit um einen Stahlskelettbau.

    Der Turbinenraum besitzt eine Raumhöhe von 16 Metern. Vier Turbinengehäuse reihen sich entlang der Nordfassade und teilen die Halle in eine Funktions- und eine Verkehrszone.

    Literatur

    Denkmalpflege Kanton Bern (Hg.). Bauinventar. – Sager, Nils. Zufluchts-Oasen, in: Jungfrau Zei-tung 3.9.2016 (online). – Helmle, Christian. Waterpower: photographs by Christian Helmle. Berlin 2012, S. 30. – Bächtold, Jakob. Die Technik hält Einzug im Oberhasli, in: Du: kulturelle Monats-schrift 5/1954, S. 9–12. – Sch., G.. Jacques Wipf, in: Das Werk 35/1948, S. 9. – o. A. Kraftwerke Oberhasli, Architekt J. H. Wipf, Thun, in: Das Werk 4/1934, S. 114–128.
    Stand
    2019
    Bearbeitung
    Mario Galliker

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