
Erweiterung Museum zu Allerheiligen
Adresse
8200 Schaffhausen
SH
Ein Glaskörper innerhalb einer tausend Jahre alten Klosteranlage hebt sich als moderner Bau deutlich von den historischen Fassaden ab. Durch die Reduktion in Material und Gestaltung lenkt die Erweiterung aber nicht vom Bestand ab. Die spiegelnde Wirkung der Glasflächen betont die Überlagerung von Alt und Neu und verleiht dem Innenhof einen markanten Akzent.
Chronologie
Im ehemaligen Benediktinerkloster von Schaffhausen ist seit 1928 ein Heimatmuseum für Kunst und Kultur eingerichtet worden. Von 1989 bis 1993 fand ein grösserer Umbau statt, um die beengende Eingangssituation zu öffnen. Nach gewonnenem Wettbewerb realisierten Trix und Robert Haussmann 1995 eine Halle, die den Eingang zum Museum, eine Kasse, ein kleines Kaffee und einen Durchgang zum Saal beherbergt. Ausserdem wurde der Altbau saniert und unter dem Innenhof ein Kulturgüterschutzraum eingegraben.
Situation
Das Kloster befindet sich im Zentrum der Schaffhauser Altstadt im Quartier Rhein, nördlich des Flusses. Der Gebäudekomplex südlich der Münsterkirche enthält drei Innenhöfe. Im westlichsten, dem Pfalzhof, befindet sich die Erweiterung. Der Zugang erfolgt über die in Nordsüdrichtung verlaufende Klosterstrasse.
Description
Der Weg zum quadratischen Pfalzhof führt über eine Treppe und unter zwei Torbogen hindurch zum neuen Eingang des Museums. Direkt anschliessend befindet sich der Kreuzgang und dahinter der Kräutergarten. Der Hof wird von dreigeschossigen Trakten umrahmt. Die gläserne Erweiterung im Süden nimmt ungefähr ein Viertel der Hoffläche ein. Die 19 Meter lange Front spannt sich von der West- zur Ostfassade. Zusammen mit dem Glasdach entsteht ein tagheller Eingangsbereich mit einer Fläche von 88m². Die eingeschossige Erweiterung zieht sich über zwei der drei Stockwerke des Altbaus. Mit Ausnahme der Front werden alle Wände von den alten Fassaden gebildet. Front und Dach reichen also aus, um den neuen Innenraum zu umschliessen. Neu und Alt werden dabei jedoch voneinander getrennt, denn die Erweiterung steht im Kontrast zum Bestand. Die dreizehn Achsen der Glasfassade gliedern sich in drei horizontale Reihen hochrechteckiger Flächen von wechselnder Höhe. Sie werden von einer filigranen Stahlkonstruktion umrahmt. Die Drehtür im mittig platzierten Zylinder dient als Haupteingang.
Im Innern befinden sich die Museumskasse, eine kleine Caféteria und eine schwellenlose Maueröffnung, die ins Museum hineinführt. Der Boden sowie Tresen, Kasse und Tische bestehen aus dem gleichen Naturstein. Dank der flächigen Verglasung wirkt die 4.6 Meter breite Eingangshalle einladend und geräumig. Die mittige Deckenbeleuchtung verwandelt den ganzen Raum bei Dämmerung in einen grossen Leuchtkörper.
Bibliographie
- C. S. Glasraum, in: Werk, Bauen + Wohnen 86 (1999), Heft 3, S. 63 (online)
- Joan Billing und Amuel Eberli. Trix & Robert Haussmann. Protagonisten der Schweizer Wohnkultur. Zürich 2019